Keramik aus Safi
Töpferware aus der Atlantikstadt Safi, bekannt für ihr blaues Geschirr. Heute arbeiten dort 1500 bis 2000 Menschen in mehr als 200 Werkstätten, und seit 2025 gehört Safi zu den UNESCO-Kreativstädten.
Was es ist
Safi liegt an der Atlantikküste und ist nach der Maison de l’Artisan für sein blaues Töpfergeschirr bekannt; mit Fes, Salé, Marrakesch und Tétouan zählt es zu den fünf wichtigsten Zentren der marokkanischen Keramik. Typisch sind nach der UNESCO blau-weiße Muster, hergestellt werden Gebrauchsgegenstände, Bauteile und Zierstücke.
Die Werkstätten liegen am Töpferhügel und im Töpferdorf; 1500 bis 2000 Menschen arbeiten direkt in der Töpferei, und weitergegeben wird das Handwerk in den Familien, in Genossenschaften und in Ausbildungsstätten. Auf der Töpferscheibe entstehen alle Arten von Stücken bis hin zu den in Marokko gefragten Dachziegeln.
Geschichte
Funde von 1994 bei Lalla Hniya Hamriya belegen in Safi eine Keramikherstellung mindestens seit der Almoravidenzeit im 11. Jahrhundert; während der portugiesischen Besetzung (1508–1541) ruhte sie. Ein Dokument von 1821 zeigt, dass die Stadt ab dem frühen 18. Jahrhundert wieder ein Töpferzentrum war.
Den blauen Stil verbindet die Maison de l’Artisan mit Töpfern aus Fes, die sich im 19. Jahrhundert in Safi niederließen und die Keramik der Stadt vielfarbig machten. Auch Naïma El-Khatib-Boujibar, die La Vie éco zitiert, nennt Fes als Herkunft der Töpfer, die sich im 18. Jahrhundert in Meknès und später in Safi niederließen. Der Meistertöpfer Boujemaa Lamali gründete 1920 die erste Töpferschule des Landes, und seit 1990 besteht in Safi das Musée national de la céramique.
Woraus
Die Töpfer verwenden roten Ton und eine Tonschlämme als Überzug für Kunststücke; je mehr Metall die Glasur enthält, desto weißer und glatter wird sie, mit wenig Metall wird sie gelb. Kennzeichnend sind nach der Maison de l’Artisan auch sehr leichte Tone und Stücke mit metallisch glänzenden Reflexen. Die Formen folgen geschwungenen Linien, und mit der Zeit kamen Entwürfe nach dem Vorbild persischer und chinesischer abstrakter Kunst hinzu.
In Kürze
- Marokkanisch-Arabisch
- fexxar (Töpferware; Töpfer, Mehrzahl fexxara), tafexxaret (Töpferhandwerk)
- UNESCO
- Kreativstadt für Handwerk und Volkskunst, seit 2025
- Museum
- Musée national de la céramique, seit 1990
Wo es herkommt
Zu Hause in Safi.
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Zuletzt geprüft am 27. Okt. 2026. 5 Quellen, davon 3 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).