Djellaba
Langes Gewand mit Kapuze und Ärmeln, das auf dem Land in einem Stück gewebt wird. Ursprünglich trugen es Männer, heute tragen es in Marokko Frauen und Männer.
Was es ist
Die Djellaba ist ein genähtes, langes Gewand mit Kapuze und Ärmeln, das vorn offen ist. In der Stadt ist sie aus feiner Wolle oder Fabrikstoff, meist weiß oder hell, reicht bis zu den Füßen und wird unter dem Burnus getragen. Auf dem Land ist sie ein schwereres Obergewand, das den Burnus oft ersetzt. Harrells Wörterbuch des marokkanischen Arabisch (1966) kennt neben der zellaba, einem nordafrikanischen Kapuzengewand, den genbaz, eine Djellaba der Bergbewohner, und die qessaba, ein Wollgewand vom Typ der Djellaba.
Die Djellaba trugen ursprünglich die Männer; die Stoffe, aus denen sie heute geschnitten wird, kleiden Frauen und Männer. Die Kapuze liegt meist zurückgeschlagen auf den Schultern, und ein Hirte oder Bauer ohne Tasche kann darin eine einfache Mahlzeit mitnehmen; für das Hochziehen der Kapuze über den Kopf, sodass sie das Gesicht verbirgt, hat das Marokkanische ein eigenes Verb, genber.
Woher es kommt
Getragen wird die Djellaba in ganz Nordafrika; in den Bergmundarten Marokkos tadjellabit. Woher der Name kommt, ist nicht geklärt: W. Marçais dachte an djilbab, im alten Arabisch ein drapiertes Gewand, G. S. Colin an das lateinische gausapa.
Woraus
Die ländliche Djellaba ist aus dicker Wolle oder Ziegenhaar, braun, rot oder schwarz, oft mit dunkelbraunen Streifen auf hellerem Grund. Für feinere Stücke nennt die Maison de l'Artisan, die staatliche Stelle zur Förderung des Handwerks, handgewebte Stoffe wie Bzou und Saissi, dazu Seide und Ouazzani.
Die Djellaba bziouia kommt aus der Gegend von Bzou bei Béni Mellal; Frauen weben sie von Hand aus reinem Seidengarn, Baumwolle und der Wolle des Sardi-Schafs. Ein Stück kann je nach Muster und Farben mehrere Monate dauern, die traditionelle Farbe ist Weiß.
Wie es gemacht wird
In Figuig spinnen und weben Frauen die Wolle, Männer nähen den gewebten Stoff zu Djellaba und Selham; an einem Stück arbeiten fünf Frauen etwa zehn Tage. Auch die Knöpfe sind ein eigenes Handwerk: In einer Frauengenossenschaft in Sefrou werden sie mit der Nadel aus gezwirnter Kunstseide über einem kleinen Kern aus Papier gewebt. Wer eine Djellaba nach Maß bestellt, wählt Stoff, Borte, Knöpfe und den Seidenfaden für die Ziernähte.
Wann
Vor dem Ramadan bringen viele ihren Stoff zum Schneider, um zu Beginn des Fastenmonats ein neues traditionelles Gewand zu haben; bei den Kundinnen eines Schneiders in Casablanca ist die Djellaba am meisten gefragt. Weitere Anlässe sind die Mitte des Ramadan und das Fest des Fastenbrechens. Vor diesem Fest war die Djellaba 2025 in der Medina von Rabat das meistverkaufte Kleidungsstück, gefragt auch für Frauen und Kinder; auch in Chefchaouen lässt man sich zum Fest eine neue Djellaba nähen, wie eine Studie über die Ziegenhalterinnen der Medina nebenbei festhält.
Woran man es erkennt
Die Länge ist sehr verschieden: Im östlichen Rif ist die Djellaba sehr kurz, vorn weit offen und gegürtet wie eine Jacke, am häufigsten reicht sie bis zur Wadenmitte und hat seitliche Schlitze. Bei der gewebten Djellaba sind die Ärmel sehr kurz und mit dem Körper in einem Stück gewebt, durch Schlitze darunter kommen die Unterarme heraus. Bei den Jebala im westlichen Rif gehört die kurze Wolldjellaba mit Turban und gelben Babouches zur typischen Männerkleidung.
In Kürze
- Arabisch
- الجلباب
- Darija
- zellaba oder zellab, Plural zlaleb
- In den Bergmundarten Marokkos
- tadjellabit
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
Wann man es antrifft
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Zuletzt geprüft am 26. Okt. 2026. 9 Quellen, davon 1 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).