Haïk
Großes, meist weißes Tuch, das Frauen draußen als Übergewand um Körper und Kopf schlangen.
Was es ist
Harrells Wörterbuch des marokkanischen Arabisch von 1966 beschreibt den ḥayek als großes, meist weißes Stück Stoff, das Frauen als Übergewand um Körper und Kopf schlingen. Nach The Moorish Times misst das Tuch etwa fünf Meter auf einen Meter sechzig, hüllt die Trägerin vom Kopf bis zu den Füßen ein und schützt auch vor Kälte und Sonne.
Der Haïk wird drapiert, nicht genäht: Die Enzyklopädie der Amazigh stellt ihm den Burnous gegenüber, der dank einer kurzen Naht auf der Brust ohne Drapieren, Fibeln oder Knöpfe getragen werden kann.
Geschichte
Fes war nach The Moorish Times ein wichtiger Ort der Herstellung; Dokumenten des 16. Jahrhunderts zufolge bestellte die portugiesische Krone 1519 bei einem Händler in Safi 9000 Haïks. Der Ethnograf Jean Besancenot unterschied in Marokko sechs Arten des Frauen-Haïks, nach Farbe, Stoff und Art des Drapierens.
Im 20. Jahrhundert trugen viele Frauen statt des Haïks die Djellaba; heute hält er sich nach The Moorish Times nur noch in wenigen Städten wie Chefchaouen, Essaouira und Figuig.
Wann
2019 rief eine junge Frau aus Chefchaouen, die in Tétouan lebt, in sozialen Netzen dazu auf, Haïk und Litham, den Gesichtsschleier, wieder zu tragen; danach gingen Gruppen junger Frauen im Haïk durch Tanger, Larache, Oujda, Rabat, Marrakesch, Agadir, Demnate und Casablanca. Die Teilnehmerinnen wollten die fast aus dem Straßenbild verschwundene Tracht wieder sichtbar machen.
In Kürze
- Darija
- ḥayek
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
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Zuletzt geprüft am 27. Okt. 2026. 4 Quellen, davon 0 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).