Raï
Volksgesang des Maghreb, der sich seit Anfang der 1980er Jahre mit Synthesizern und neuen Rhythmen aus seiner Herkunftsgegend in die Großstädte und bis nach Paris verbreitet hat. In Marokko ist Oujda die Stadt des Raï: Dort findet das Raï-Festival der Region Oriental statt.
Was es ist
Das Wort Raï bedeutet im Arabischen „Meinung, Ansicht, Standpunkt“, auch „Ratschlag“; es geht auf die Wurzel r-y, „sehen“, zurück. Eine andere Erklärung leitet den Namen vom Zuruf „Ya raï“ ab, mit dem Sänger und Musiker bei Festen die Eingebung anfeuern.
In seiner überlieferten Form entstand der Raï Anfang des 20. Jahrhunderts als ländliche Musik; in den 1970er Jahren wurde er modernisiert, seit den 1990er Jahren ist er international bekannt.
Woher es kommt
In Marokko ist Oujda im Osten des Landes die Stadt des Raï: Cafés und Plattenläden spielen ihn den ganzen Tag, und er hat dort das ältere Gharnati weitgehend verdrängt. Die Veranstalter des Festivals nennen den Raï einen lebendigen Ausdruck der kulturellen Identität der Region Oriental. Eine Ausstellung in Oujda würdigte 2026 mit zwanzig Gemälden 23 Pioniere des Raï und anderer Stile der Region, von der Gründergeneration der Cheikhs bis zu den Sängern, die diese Musik international bekannt machten.
Geschichte
Bis Anfang der 1980er Jahre blieb Raï in seiner Herkunftsgegend; dann trugen junge Musiker ihn elektrisch und mit neuen Rhythmen in die Großstädte, und von dort verbreitete er sich im ganzen Maghreb und bis nach Paris. Die Sänger dieser Zeit nennen sich Cheb, arabisch für „jung“, Sängerinnen Cheba.
Woraus
Zu den traditionellen Instrumenten gehören Nay, Gasba (eine Rohrflöte), Darbuka, Zoukra und Bendir; Anfang der 1980er Jahre kamen Synthesizer und Drumcomputer dazu.
Wann
Das Raï-Festival der Region Oriental fand 2026 vom 22. bis 25. Juli auf der Place du Stade d'Honneur in Oujda statt, ausgerichtet vom Kulturverein der Präfektur Oujda-Angad unter der Schirmherrschaft von König Mohammed VI. أيده الله (möge Allah ihm beistehen) und der Wilaya der Region, mit 17 Auftritten an vier Abenden und freiem Eintritt. Am Eröffnungsabend traten unter anderem Cheb Mokhtar El Berkani, Zina Daoudia, Cheb Sami Rai und Cheb Amine Radi auf, der Gewinner des Talentwettbewerbs des Festivals; viele der Künstler stammen aus Oujda oder den Dörfern der Umgebung.
Die Idee zum Festival kam aus dem Verein Oujda Raï, später Oujda Art genannt; die erste Ausgabe war für 2006 geplant, und zur zweiten kamen 2008 nach La Vie éco an jedem Abend mehr als 100 000 Menschen, um 34 Künstler und Gruppen zu hören, darunter Khaled.
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
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Zuletzt geprüft am 25. Okt. 2026. 7 Quellen, davon 0 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).