Moussem von Tan-Tan
Jährliches Treffen der Nomaden der Sahara in Tan-Tan im Südwesten Marokkos, mit Markt, Kamel- und Pferdewettbewerben, Musik und Dichtung. Die UNESCO hat es 2005 proklamiert und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes übernommen.
Was es ist
Der Moussem von Tan-Tan ist ein jährliches Treffen nomadischer Völker der Sahara im Südwesten Marokkos, zu dem mehr als dreißig Stämme aus dem Süden Marokkos und anderen Teilen Nordwestafrikas kommen. Ein Moussem ist nach der Beschreibung der UNESCO eine Art Jahrmarkt mit wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Aufgaben.
2005 wurde der Moussem zum „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ erklärt, 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes übernommen. Ausgerichtet wird er von der Stiftung Almouggar.
Woher es kommt
Tan-Tan liegt zwischen der großen Wüste und der Küste, in einem Übergangsraum zwischen Atlas, Anti-Atlas und Sahara. Die Region des Oued Noun war dank ihres Wassers ein Ort, an dem sich Oasenbewohner und Nomaden begegneten.
Geschichte
Ursprünglich trafen sich die Nomaden einmal im Jahr, etwa im Mai; die Treffen gehörten zum Jahreslauf von Ackerbau und Viehzucht. Man kam zusammen, um Lebensmittel und andere Waren zu kaufen, zu verkaufen und zu tauschen, um Wettbewerbe in der Kamel- und Pferdezucht auszurichten, Hochzeiten zu feiern und Kräuterkundige zu befragen. Die Nomaden holten sich Getreide, Datteln und Fertigwaren und verkauften vor allem Wolle und andere Erzeugnisse ihrer Herden.
1963 wurde der erste Moussem von Tan-Tan veranstaltet, um die örtlichen Überlieferungen zu pflegen und einen Ort für Austausch, Begegnung und Feiern zu schaffen. Für die Nomaden, deren Lebensweise sich durch wirtschaftliche und technische Umbrüche stark gewandelt hat und von denen viele sesshaft geworden sind, ist der Moussem ein Weg, ihr Wissen und ihre Überlieferungen zu erhalten.
Wie es gemacht wird
Zum Moussem gehörten von jeher Musik, Volksgesang, Spiele, Dichterwettstreite und andere mündliche Überlieferungen der Hassani-Kultur. Heute stehen Dromedarrennen, Tbourida-Vorführungen, Zusammenkünfte der Stämme, Volksspiele und Ausstellungen des örtlichen Handwerks auf dem Programm, dazu ein großer Umzug mit mehreren hundert Teilnehmern in traditioneller Kleidung.
In einem großen Pavillon zeigen Themenzelte den Alltag, die Bräuche und das Können der nomadischen Gesellschaft. In den Stammeszelten sind alle Stämme vertreten, rund dreißig, bei der Aufnahme in die UNESCO-Liste waren es 34. Eigene Bereiche gibt es für Pferde, für Dromedare, für Kinder und für die Volksspiele der Hassani-Nomaden.
Wann
Die 19. Ausgabe war zuerst für den 3. bis 7. Oktober geplant und findet nun vom 30. Oktober bis 3. November 2026 in Tan-Tan und El Ouatia statt, unter dem Motto „Le Moussem de Tan-Tan, patrimoine humain et pont d'échange culturel“. Auf mehreren Bühnen spielen Musiker aus der Region, aus Marokko und aus dem Ausland, und den Abschluss am 3. November bildet ein Abend der Hassani-Dichtung.
In Kürze
- Immaterielles Kulturerbe
- UNESCO, proklamiert 2005, Repräsentative Liste seit 2008
Wo es herkommt
Zu Hause in Tan-Tan.
Die Orte führen zu ihren Seiten auf meinmarokko.com.
Gehört dazu
Mehr aus Bräuche
Weitergeben
Als Link, per WhatsApp oder E-Mail.
Zuletzt geprüft am 27. Okt. 2026. 3 Quellen, davon 1 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).