Amariya
Die Amariya ist der geschmückte, überdachte Tragsitz, in dem die Braut bei der marokkanischen Hochzeit auf den Schultern von Männern in den Saal getragen wird.
Was es ist
Das Wörterbuch des marokkanischen Arabisch von Richard S. Harrell erklärt ʿammariya als überdachten Sitz, der auf einem Kamel getragen wird. Bei der Hochzeit ist die Amariya heute eine mit Schmucksteinen besetzte Sänfte, in der die Braut sitzt und die Männer der Familie tragen.
Eine Reportage aus dem Jahr 2008 beschreibt den Einzug: Vier junge Männer in Jabador, Selham und rotem Tarbusch tragen die Braut in der Amariya auf den Schultern, dazu erklingt das Lied „Lalla l-ʿarusa jat“. Der Jabador ist dort als traditionelle Kleidung aus Jacke und Hose erklärt.
Geschichte
Schon Leo Africanus beschrieb im frühen 16. Jahrhundert für Fes einen achteckigen, mit Seide bespannten Holzkasten, in dem die Braut von Trägern gebracht wurde, begleitet von Trompeten, Trommeln und Fackeln; Edward Westermarck gibt diese Beschreibung 1914 wieder.
Westermarck selbst beschreibt die ʿammariya als schlichtes Holzgestell mit kegelförmigem Dach, behängt mit Laken und Gaze. In Tanger trug sie ein Maultier; Bruder oder Onkel hoben die Braut hinein, die Neggafa hob sie wieder heraus, die Frau, die die Braut für die Hochzeit ankleidet und den Ablauf des Festes leitet. Im Norden war die ʿammariya in den Städten wie auf dem Land in Gebrauch.
Früher war die Amariya aus schlichtem Holz und dem Adel und der Oberschicht vorbehalten; heute gehört sie zu fast jeder Hochzeit.
Wann
Die Amariya gehört zur Hochzeit, wenn die Braut in den Saal gebracht wird. Statt in der Amariya kann die Braut auch auf einem geschmückten Pferd hereingebracht werden.
Woran man es erkennt
Die Farbe der Takchita, die die Braut trägt, ist auf die Farbe der Amariya abgestimmt: Ist die Takchita grün, ist es auch die Amariya. Zu einer weißen Takchita gehört eine moderne Amariya, die „Koukiyaja“ heißt.
In Kürze
- Arabisch
- العمارية
- Marokkanisch-Arabisch
- ʿammariya
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
Wann man es antrifft
Gehört dazu
Mehr aus Bräuche
Weitergeben
Als Link, per WhatsApp oder E-Mail.
Zuletzt geprüft am 27. Okt. 2026. 4 Quellen, davon 0 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).