Belgha
Flacher Lederschuh, traditionell in der muslimischen Welt; im marokkanischen Arabisch ist belga das Paar, ferda ein einzelner Schuh. In Tiznit im Souss werden Belgha aus Ziegenleder gefertigt, das aus den Gerbereien von Taroudant, Marrakesch und Fes kommt.
Was es ist
Die Belgha, französisch Babouche, ist ein Lederschuh, der in der muslimischen Welt Tradition hat. Die städtische Form hat weder Fersenteil noch Laschen und wird nicht gebunden. Harrells Wörterbuch des marokkanischen Arabisch führt belga (Plural blagi) als Paar nordafrikanischer Schuhe für den täglichen Gebrauch, ein einzelner Schuh ist eine ferda de-l-belga; der bestickte Frauenschuh heißt serbil.
Zur Festkleidung mit dem Kaftan gehören Babouches, die die Maison de l'Artisan, die staatliche Stelle zur Förderung des Handwerks, als Belgha und Cherbil aufführt. In Tiznit sind die Modelle für Frauen reicher verziert als die für Männer.
Woher es kommt
In Marokko wird die Belgha unter anderem in der Medina von Fes und in Tiznit gefertigt.
Geschichte
Nach dem Handwerker Abderrahim Zerifi in Fes reicht die Form der Babouche ziwani sieben bis acht Jahrhunderte zurück und hat ihre ursprüngliche Gestalt zu über 90 Prozent bewahrt; getragen wurde sie vor allem von der Oberschicht und von Notabeln. In Tiznit sagt der Handwerker Abderrahman Touil, die Geschichte der Babouche dort sei so alt wie die Stadt.
Woraus
Verarbeitet wird vor allem Ziegenleder, traditionell gegerbt; für die Babouche ziwani aus Fes wird es leuchtend gelb gefärbt. Der Schuhmacher Ahmed Bouchaala in Fes färbt sein Ziwani-Leder nur mit Naturstoffen, darunter Weizenkleie, Kräuter, Granatapfel und Taubenmist. Die Sohle ist meist aus Leder oder Gummi.
Wie es gemacht wird
Die Babouche ziwani entsteht in 24 Arbeitsschritten von Hand und ganz in der Werkstatt: Die zugeschnittenen Teile werden mit kräftigem Faden vernäht, Verzierungen und eine untere Sohlenschicht kommen dazu, zuletzt werden die Kanten geglättet. Ein aufwendiges Paar braucht bei Bouchaala bis zu fünf Tage, ein einfaches einen Tag.
In Tiznit wird das Leder vor Ort verarbeitet; die Handwerker setzen ziselierte Motive ein, darunter den Dolch und die Tazarzit, Zeichen mit geschichtlicher Bedeutung für die Gegend, und verzieren mitunter mit feinen Perlen oder Samt. Zu den Modellen gehören Takendift und Tanashbalt.
Wann
Getragen wird die Belgha zu religiösen Festen und traditionellen Feiern wie Hochzeiten. Vor dem Fest des Fastenbrechens 2025 verkauften Händler in der Medina von Rabat Djellaba, Jabador und Babouches zusammen als vollständige Festkleidung. Im Alltag gehören gelbe Babouches zur kurzen Wolldjellaba und zum Turban, der typischen Männerkleidung der Jebala im Rif.
In Kürze
- Arabisch
- بلغة
- Darija
- belga, Plural blagi (ein Paar); serbil, Plural srabel (bestickter Frauenschuh)
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
Wann man es antrifft
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Zuletzt geprüft am 26. Okt. 2026. 8 Quellen, davon 1 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).