Tajine (das Gefäß)
Ein Gefäß aus Irdenware mit flachem, niedrigem Unterteil und kegel- oder kuppelförmigem Deckel, der das Kondenswasser zurück in die Schale leitet. Im marokkanischen Arabisch heißt das darin aufgetragene Essen ebenso wie das Gefäß.
Was es ist
Die Tajine ist ein rundes Gefäß mit flachem Boden und niedrigem Rand, auf dem ein großer kegel- oder kuppelförmiger Deckel sitzt; traditionell ist sie aus Irdenware, manchmal bemalt oder glasiert. Im marokkanischen Arabisch bezeichnet das Wort die runde, braune Servierschüssel mit Deckel und zugleich das Essen, das darin aufgetragen wird.
Der Deckel fängt den aufsteigenden Dampf und lässt das Kondensat zurück ins Gericht laufen, deshalb braucht man nur wenig Wasser. Einen Teil der Flüssigkeit nimmt auch die unglasierte Innenseite auf.
Woher es kommt
Das arabische Wort ṭājīn geht auf das altgriechische tágēnon zurück, eine flache Pfanne aus Ton.
Die fünf wichtigsten Zentren der marokkanischen Töpferei sind nach der Maison de l’Artisan Fes, Safi, Salé, Marrakesch und Tétouan. In Oued Laou am Mittelmeer, südöstlich von Tétouan, töpfern Frauen von Hand Geschirr für den täglichen Gebrauch, vor allem für die Küche.
In Safi ist die Töpferei nach den Ausgrabungen von 1994 bei Lalla Hniya Hamriya mindestens seit der Almoravidenzeit (11. Jahrhundert) belegt; während der portugiesischen Besetzung (1508–1541) ruhte sie, und ein Dokument von 1821 zeigt, dass die Stadt im frühen 18. Jahrhundert wieder ein Töpferzentrum war. Der Meistertöpfer Boujemaa Lamali gründete 1920 die erste Töpferschule des Landes, die Generationen von Töpfern ausbildete und Safi zur Töpferhauptstadt machte; seit 1990 gibt es dort das Musée national de la céramique. Heute arbeiten in Safi 1500 bis 2000 Menschen direkt in der Töpferei, in mehr als 200 Werkstätten am Töpferhügel und im Töpferdorf; seit 2025 gehört die Stadt zum Netzwerk der UNESCO-Kreativstädte.
Geschichte
Gekocht wird in der Tajine traditionell über glühender Holzkohle in einem Kohlenbecken aus Ton, dem Kanun oder Majmar. Der Kanun, ein Terrakottabecken mit kurzen Füßen und Stützen für das Kochgeschirr, war in ganz Nordafrika die übliche Kochstelle, bis für einige Jahrzehnte Petroleumkocher und danach Strom und Gas kamen; sein fester Partner war die Tajine mit ihrem hohen Kegeldeckel aus demselben Material.
Woran man es erkennt
Für Kochgeschirr aus Ton gelten nach dem Handwerksministerium verbindliche Normen; insgesamt hat das Ministerium 344 Normen für Handwerkserzeugnisse und Dienstleistungen erarbeitet.
In Kürze
- Arabisch
- طاجين
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
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Zuletzt geprüft am 26. Okt. 2026. 7 Quellen, davon 4 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).