Thuja-Holz
Das Holz des Sandarakbaums (Tetraclinis articulata), das in Marokko vor allem in Essaouira handwerklich verarbeitet wird, hauptsächlich zu Intarsien und Möbeln.
Was es ist
Thuja-Holz stammt vom Sandarakbaum (Tetraclinis articulata), einem Nadelbaum aus der Familie der Zypressengewächse, der im Nordwesten Afrikas heimisch ist. In Essaouira wird das Holz vor allem zu Einlegearbeiten (Marketerie) und Möbeln verarbeitet. Es ist sehr dicht, am meisten geschätzt sind die knorrigen Teile des Baums. Die Maison de l’Artisan nennt die Handwerker von Essaouira vollendete Meister der Marketerie und zählt Zeder, Nussbaum und den duftenden Thuja zu den geschätztesten Hölzern des Landes.
Woher es kommt
Der Baum bedeckt in Marokko rund 545 450 Hektar und zählt zu den wichtigsten Waldbäumen des Landes; er wächst vom Meeresspiegel bis etwa 1100 Meter, im Süden bis 1600 Meter, unter anderem im Osten, auf dem Zentralplateau, im westlichen Hohen Atlas und im Gebiet des Arganbaums. Für die handwerkliche Verarbeitung des Holzes sind mehrere Städte bekannt, allen voran Essaouira.
Geschichte
Bis in die 1950er Jahre schlugen die Handwerker von Essaouira ihre Bäume selbst; dann richtete ein Franzose eine Genossenschaft ein. Für die Bevölkerung liefert der Baum außer Holz auch Sandarakharz, Gerbstoffe und Pflanzenteer.
Woraus
Die meisten Stücke tragen Einlagen aus Ebenholz, Nussbaum und Zitrusholz, dazu Perlmutt, Fäden aus Silber, Kupfer oder Aluminium und Splitter von Kamelknochen. Die Muster sind überwiegend geometrisch; abgebildet werden höchstens Bäume, Ranken und Blumen.
Wie es gemacht wird
Die Werkstätten liegen in der Skala de la Ville, dem Souk der Holzhandwerker, in schmalen Räumen unter den Stadtmauern, in denen früher Munition lagerte. Für eine Einlage wird eine Vertiefung ausgestochen, das andersfarbige Stück mit Leim eingesetzt und mit dem Holzhammer bündig geschlagen; Meißel und Hohleisen fertigen sich die Handwerker oft selbst, ihre Lehre beginnt mit etwa fünfzehn Jahren.
Den Glanz geben Brennspiritus und Gummi arabicum, Leinöl nährt das Holz und beugt Rissen vor. Die großen Mengen Sägespäne werden meist als Brennstoff für die Hammams verfeuert; aus den Spänen des Stamms lässt sich ein ätherisches Öl gewinnen, mit einer Ausbeute von 1,63 Prozent.
Woran man es erkennt
Die Labelstrategie des Handwerksministeriums sieht eine Kollektivmarke für Thuja-Holz vor, eine eigene Marke „Thuya d’Essaouira“ war in Arbeit; außerdem hat das Technische Zentrum der Holz- und Möbelindustrie Qualitätskriterien für Erzeugnisse aus Thuja-Holz bestimmt.
In Kürze
- Botanischer Name
- Tetraclinis articulata
- Örtliche Namen
- Al’Araar (Maison de l’Artisan: Al âraar), auf Tamazight Azouka
Wo es herkommt
Zu Hause in Essaouira.
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Zuletzt geprüft am 26. Okt. 2026. 5 Quellen, davon 2 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).