Laternen aus Messing und Kupfer
Lampen und Leuchten aus Kupfer und Messing gehören zur Dinanderie, der Arbeit mit getriebenem Metallblech; in Fes und Marrakesch durchbrechen Kunsthandwerker das Kupfer mit feinen Mustern.
Was es ist
Die Maison de l'Artisan zählt Leuchten neben Tabletts, Teekannen und Kesseln zu den Alltagsdingen der Dinanderie; Kronleuchter aus Bronze und Kupfer schmücken Wohnhäuser und andere Gebäude. Im marokkanischen Arabisch heißt die Lampe oder Laterne fnar, die Öllampe qendil.
Unter Dinanderie versteht die Maison de l'Artisan die Arbeit mit Metallblech, vor allem aus Kupfer und Messing, daneben aus Zinn, Stahl, Blei, Neusilber und Aluminium. In Fes und Marrakesch arbeiten Kunsthandwerker das Kupfer wie Goldschmiede mit feinen Durchbrüchen.
Geschichte
Nach der Maison de l'Artisan erscheint die Dinanderie in Marokko im 12. Jahrhundert und wird ab dem 14. Jahrhundert zu einer eigenen Spezialität; damals kamen an die Türen wohlhabender Familien in Fes Türklopfer aus Bronze, Kupfer und Messing. Im Palast Batha in Fes, unter Sultan Hassan I. (reg. 1873–1894) begonnen und unter Sultan Abd al-Aziz (reg. 1894–1908) vollendet, schmücken Kupferlampen in verschiedenen Formen die Galerien; der Palast ist heute ein Museum.
Wie es gemacht wird
Der Kunsthandwerker treibt ein Blech mit dem Holzhammer von außen in Form; die Schläge müssen gleichmäßig sein, und zwischendurch wird das Stück erhitzt, um die Verformungen durch den Hammer zu glätten. Dann wird das Muster nach einer Vorlage oder frei auf das Metall gezeichnet, mit dem Stichel graviert, ziseliert, in Form gebracht und mit Zinn oder Silber gelötet; zuletzt kommt die Patina. Im Durchschnitt arbeiten sechs Personen an einem Stück, das mehrere Tage oder Wochen dauern kann.
Der Kupferschmied Anas Khardal aus Fes, der seit fast 25 Jahren arbeitet und das Handwerk in der Werkstatt seines Vaters lernte, nennt das Gravieren einen der heikelsten Schritte; am Ende wird das Stück poliert. Die Werkstätten liegen in der Medina und im Handwerksviertel der Seffarine in Aïn Nokbi; Messing kostete dort 2026 nach seinen Angaben um 170 Dirham das Kilo, rotes Kupfer über 200.
Das Gravieren auf Gold, Silber und Kupfer steht seit 2023 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO, als gemeinsamer Eintrag Marokkos mit neun weiteren Staaten. Weitergegeben wird das Können in Familien, durch Zuschauen und Mitarbeiten, und in Werkstätten von Ausbildungszentren.
In Kürze
- Darija
- fnar, Plural fnayer: Lampe, Laterne; qendil: Öllampe
- Immaterielles Kulturerbe
- UNESCO, Gravieren auf Gold, Silber und Kupfer, seit 2023
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
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Zuletzt geprüft am 27. Okt. 2026. 6 Quellen, davon 3 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).