Arganöl
Öl aus den Kernen der Früchte des Arganbaums, der nur im Biosphärenreservat Arganeraie im Südwesten Marokkos wächst. Die Praktiken und das Wissen rund um den Arganbaum stehen seit 2014 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
Was es ist
Arganöl wird ausschließlich aus den Mandeln, den Kernen, der Früchte des Arganbaums gewonnen. Der Arganbaum (Argania spinosa) ist endemisch: Er wächst nur in den Wäldern des Biosphärenreservats Arganeraie in Marokko. Seine Frucht ist eine grüne, eiförmige Steinfrucht etwa von der Größe einer kleinen Pflaume, und im Stein sitzt ein ölhaltiger Kern.
In der Küche der Chleuh, der Amazigh des Südwestens, nimmt Arganöl nach der Enzyklopädie der Amazigh den Platz ein, den bei anderen Amazigh das Olivenöl hat; es kommt in viele Gerichte und Gebäcke. Eines davon ist Amlou, eine Paste aus Mandeln, Arganöl und Honig. Nach der UNESCO wird das Öl zum Kochen und in der Kosmetik verwendet.
Woher es kommt
Das Biosphärenreservat Arganeraie wurde 1998 ausgewiesen; es umfasst rund 2,5 Millionen Hektar zwischen Hohem Atlas und Antiatlas und öffnet sich im Westen zum Atlantik. Das Gebiet der geschützten Angabe „Argane“ reicht an der Küste von nördlich von Essaouira bis südlich von Tiznit, mehr als 100 Kilometer ins Landesinnere und bis in 1500 Meter Höhe, vor allem an den Südhängen des Hohen Atlas und den Nordhängen des Antiatlas. Dazu gehören Gemeinden in Essaouira, Taroudant, Tiznit, Agadir-Ida-Outanane, Inezgane-Aït Melloul, Chtouka-Aït Baha, Safi, Chichaoua und Guelmim.
Geschichte
2009 erkannte das Landwirtschaftsministerium die geschützte geografische Angabe „Argane“ an, beantragt von der Association marocaine de l’indication géographique de l’huile d’argane (AMIGHA). 2014 nahm die UNESCO „Argan, Praktiken und Wissen rund um den Arganbaum“ in ihre Repräsentative Liste auf. Seit dem 21. Dezember 2018 zählt die FAO das agropastorale System des Arganbaums zu den Systemen des landwirtschaftlichen Welterbes, und 2021 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 10. Mai zum Internationalen Tag des Arganbaums.
Wie es gemacht wird
Nach der UNESCO gewinnen vor allem Frauen auf dem Land, seltener Männer, das Öl auf überlieferte Weise: Ernten, Trocknen, Entfernen des Fruchtfleisches, Zerkleinern, Sortieren, Mahlen und Mischen. Die Handmühle dafür bauen Handwerker vor Ort, und beim Mischen wird nach und nach lauwarmes Wasser in genauen Mengen zugegeben. Weitergegeben wird das Wissen durch Nachahmen, von den Müttern an die Töchter.
Für die geschützte Angabe werden die Früchte zwischen Juni und Ende September gesammelt, in der Sonne getrocknet und höchstens 36 Monate gelagert; das Fruchtfleisch darf von Hand oder mit Maschinen entfernt werden, und das Öl wird handwerklich oder halbmaschinell gewonnen. Alle Schritte vom Sammeln bis zum Abfüllen müssen im geschützten Gebiet geschehen.
Wann
Arganöl wird als Hochzeitsgeschenk überreicht und in vielen Festgerichten verwendet. Jedes Jahr am 10. Mai ist der Internationale Tag des Arganbaums.
Woran man es erkennt
Öl mit der geschützten Angabe trägt die Aufschrift „Argane“, dazu „Indication géographique protégée“ oder „IGP“, das amtliche Logo und die Kontrollstelle. Als Geschmack nennt der Erlass geröstete Kerne; festgelegt sind außerdem Gehalte an Fettsäuren und Tocopherolen.
In Kürze
- Marokkanisch-Arabisch
- argan, der Arganbaum
- Immaterielles Kulturerbe
- UNESCO, seit 2014
- Biosphärenreservat
- Arganeraie, UNESCO, seit 1998
- Geschützte Herkunftsangabe
- IGP „Argane“, Erlass Nr. 2816-09 vom 20. November 2009
- Internationaler Tag
- 10. Mai, Internationaler Tag des Arganbaums der Vereinten Nationen
Wo es herkommt
Wann man es antrifft
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Zuletzt geprüft am 27. Okt. 2026. 7 Quellen, davon 5 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).