Aghroum
Aghroum (aɣrum) ist das Amazigh-Wort für Brot: Das Wörterbuch des IRCAM führt es als männliches Nomen mit der Bedeutung „pain“, خبز. Im Rif wird es aus Gerstenmehl im Hausofen gebacken, im Süden Marokkos tragen verschiedene Brote diesen Namen, unterschieden danach, wie sie gebacken werden.
Was es ist
Aghroum, in Umschrift aɣrum, heißt Brot. Der Dictionnaire général de la langue amazighe des IRCAM, des Königlichen Instituts für die Amazigh-Kultur, führt ⴰⵖⵔⵓⵎ als männliches Nomen mit der Annexionsform uɣrum und der Bedeutung „pain“, dazu Verbindungen wie aɣrum n wuccn, aɣrum n tɣṭṭn und aɣrum n tbaɣla. Das Wiktionary belegt das Wort für das Tarifit des Rif wie für das Taschelhit des Südens; im Taschelhit heißt der Bäcker buɣrum, und aɣrum imlan ist eine Art dicker Pfannkuchen.
Woher es kommt
Das Wort ist aus dem Urberberischen ererbt, wo es a-ɣrum lautete; dieses ist seinerseits aus dem Punischen entlehnt, wo das Wort „Kruste“ bedeutet.
Woraus
Im Rif ist Gerste das Brotgetreide. Dominique Caubet und Yildiz Aumeeruddy-Thomas beschreiben 2017 für Taounil, ein Amazigh-Dorf der Boqqoya in der Provinz Al Hoceïma, das selbstgebackene Brot aus Gerstenmehl als das gewöhnliche Brot des Hauses; Auguste Mouliéras hielt schon 1895 fest, dass man im ganzen Rif Gerstenbrot aß und Weizenbrot kaum kannte. Im arabischsprachigen Nachbardorf Msek wird das Getreide zur Mühle gebracht und das Mehl zu Hause mit Salz und Sauerteig geknetet.
In den Amazigh-Gebieten des Südens, im Hohen Atlas, im Anti-Atlas und im Jbel Saghro, sind Gerste und Weizen die wichtigsten Getreide; daneben werden Mais, Hirse und Kichererbsen angebaut. Mais isst man dort eher im Sommer, Gerste und Weizen eher im Winter.
Wie es gemacht wird
Jedes Haus im Rif hat nach Caubet und Aumeeruddy-Thomas einen eigenen Backofen im Freien, in Taounil aynur genannt; in Msek wird der Ofen vor der Straße mit Holzstücken angeheizt, wenn der Teig aufgegangen ist, und das Brot darin gebacken.
Dort unterscheidet man das Brot nach der Art des Backens: aɣrum n takat wird einfach auf dem Kanun, dem Kohlebecken, gebacken, aɣrum inkan ist eine Art Pfannkuchen von einer heißen Fläche, aɣrum lamsmel ein mit Öl zubereiteter Blätterteig. Asella heißt Brot aus Gerste oder Weizen, der lange im Speicher lag, arexix eines aus Teig ohne Hefe.
Ein eigenes Gericht des Südens ist aγrum n tadunt, von manchen „Berber-Sandwich“ genannt: Zwischen zwei Fladen kommen gesalzenes, getrocknetes Fett, gehackte Zwiebeln und roter Pfeffer, dann wird das Ganze gebacken und mit Minztee gegessen. Hespress nennt dasselbe Brot für Ouarzazate als Aghroum ntdount, einen mit Fett, Zwiebeln und Kräutern gefüllten Fladen.
Wann
Zum Fastenbrechen im Ramadan gehört in der Provinz Chtouka Aït Baha ein eigenes Brot, Aghroum ouzgui, über kleinem Holzfeuer gebacken und mit Arganöl, Olivenöl oder Honig verfeinert; in Ouarzazate kommt zu dieser Zeit Aghroum ntdount auf den Tisch.
In Kürze
- Tifinagh
- ⴰⵖⵔⵓⵎ
- Annexionsform
- uɣrum (ⵓⵖⵔⵓⵎ)
- Arabische Schrift
- آغروم
Wo es herkommt
Im ganzen Land zu Hause, ohne einen Ursprungsort, den eine Quelle nennt.
Wann man es antrifft
Gehört dazu
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Zuletzt geprüft am 25. Okt. 2026. 5 Quellen, davon 0 Primärquellen (Behörde, UNESCO, Betreiber).